Haptik
Es geht also um das Spüren und nicht das Schmecken.
Hier haben verschiedene Faktoren Einfluss:
- Adstringenz
- Körper
- Viskosität
- Bitterkeit
- Säure
Gerade die Adstringenz, hervorgerufen durch die Tannine im Wein, hat gemeinsam mit der Säure die größte Bedeutung. Adstringenz sorgt für Fülligkeit und einen prägnanten Nachgeschmack, während Säure für eine frische bzw. kühle Haptik verantwortlich zeichnet.
Wie auch bei Geruch und Geschmack lassen sich bei der Haptik des Weines eine ganze Reihe Assoziationen finden. Der dominanteste Eindruck des Mundgefühls ist wohl eine regelrecht auskleidende Haptik, die gerade große Premium-Rotweine aus Spanien, Kalifornien oder Australien haben. Der Wein erfüllt den ganzen Mund durch seine recht große Viskosität, den vollen Körper und oft auch deutlich spürbare Tannine.
Gerade Tannine lassen sich bei der Haptik am genauesten einordnen. Fehlen sie fast gänzlich, so wirken Rotweine bestenfalls leicht und unbeschwert, meist aber flach und ausdrucksschwach. Sind sie sehr dominant, so kann schnell ein pelziger oder an Puder erinnernder Eindruck entstehen. Gut integrierte Tannine wirken feinkörnig, fast als würde feiner Zucker auf der Zunge zerschmelzen. Grobe Tanninen ziehen hingegen Zunge und Gaumen zusammen und hinterlassen ein trockenes und hartes Gefühl.
Die Säure bestimmt über die Frische des Weines. Zu viel Säure weckt hingegen Erinnerungen an Essig oder Zitronensaft, gerade wenn es an ausgleichenden Tanninen mangelt. Gerade große Spitzenweine werden oft mit reichlich Säure und heftigen Tanninen erzeugt, die sich mit den Jahren und Jahrzehnten der Reifung aber perfekt harmonieren und ein faszinierendes Mundgefühl erzeugen.
Jung zu trinkende Weine hingegen werden mit den Jahren nur flach und lau, da Säure und Tannine abgebaut werden und dem Wein so der Charakter und das schöne Mundgefühl verlorengehen.