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Wein aus Chile
In Chile, westlich der Anden, wird in einem 320 Kilometern langen Streifen Weinbau betrieben. Von Norden nach Süden reihen sich die vier Regionen Coquimbo, Aconcagua, Valle Central und Valle Sur auf. weiterlesen...
Weingeschichte
In Chile gibt es zwei Erklärungen zum Anfang des Weinbaus. Zum einem wird der anfängliche Weinbau in Chile den spanischen Eroberern unter Herman Cortéz im 16. Jahrhundert zugeschrieben, während die andere Geschichte suggeriert, dass die ersten Rebstöcke Chiles aus Traubenkernen entstanden. Ob nun so oder so, in Chile florierte der Weinbau sehr schnell mit der Rebe, die man einfach nur als „País“ bezeichnete.
Doch der Erfolg des Weinbaus in Chile wurde bald ein Dorn in Auge des Mutterlandes Spanien, was soweit ging, dass im 17. Jahrhundert der Anbau neuer Reben verboten wurde, denn die spanischen Winzer hatten Angst ihren Absatzmarkt in Chile zu verlieren.
1830 gründete man in Chile die erste Versuchsanstalt für landwirtschaftliche Nutzpflanzen, die Quinta Normal. Ungefähr in dieser Zeit begann auch die Reblaus ihren unaufhaltsamen "Siegeszug" um die Welt anzutreten, doch im Gegensatz zu Australien und Neuseeland erreichte sie Chile nie. Die durch die Reblaus ausgelöste Krise erschütterte weltweit die Weinwelt und brachte Chile in eine perfekte Position. Es gab nun weltweit Unmengen qualifizierter, aber arbeitsloser Winzer, Weinbauern und Kellermeister und dazu noch, dass die Keller der restlichen Weinwelt natürlich auch bald leer sein würden.
Der daraus resultierende Weinmangel und die Preissteigerung brachten gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch wohlhabende Großgrundbesitzer auf die Idee, in Wein zu investieren. In dieser Zeit entstanden auch viele Weingüter, die noch heute existieren und für Qualität stehen. Mit diesen Gründungen einher ging ebenso der Wandel Chiles von einem Weinverbraucher- zu einem Weinexportland. Ab 1877 wurde insbesondere nach Frankreich und England Wein aus Chile verschifft. Die erste Hochphase der Weinwirtschaft in Chile begann und von 1900 bis 1938 wurden die Rebflächen in Chile mehr als verdoppelt.
Durch die Handelshemmnisse des Zweiten Weltkrieges, einem Verbot von Alkohol in Chile und durch die Prohibition in den USA geriet die Weinwirtschaft Chiles zunehmend in die Krise. In Europa erholte sich zudem der Weinbau wieder, da man widerstandsfähige amerikanische Unterlagsreben gefunden hatte, auf die man die Rebsorten aufpfropfen konnte. Erst in den 1980er Jahren, mit Ende der Diktatur und Marktöffnung begann in Chile ein weiterer Aufschwung.
Der Export von Weinen aus Chile erfolgt nach Europa, Asien und in die USA. Im Jahr 2000 erreichte der exportierte Wein einen Wert von über einer halben Milliarde Euro. Somit haben sich die Exporterlöse seit 1960 verzwanzigfacht. Derzeitige Hauptabnehmer sind die USA, Großbritannien, Deutschland und Kanada. Die hergestellte Menge an Wein hat sich in der gleichen Zeit nur verdreifacht. Dies lässt sich durch die gestiegene Qualität, durch die höhere Nachfrage und den Preisanstieg bei Weinen aus Chile erklären. Im Weiteren ging der Pro-Kopf-Konsum in Chile direkt stark zurück. Dieser sank von 60 Litern in den 1960er Jahren auf 18 Liter im Jahr 2000.
Klima
Die klimatischen Bedingungen Chiles weisen Ähnlichkeiten mit denen Kaliforniens auf. Bei beiden ist der gleiche Faktor für die klimatischen Bedingungen verantwortlich, eine gewaltige kalte Meeresströmung polaren Ursprungs. Was für Kalifornien der Kalifornien-Strom ist, ist in Chile der Humboldt-Strom. Dieser hat einen starken Effekt auf die Weinbaugebiete in Chile, da er kühle Luft ins Land bringt und so die Reifeperiode der Trauben spürbar verlängert. Das lange und schmale Land Chile ist eine geografische Besonderheit, es zieht sich über 4.000 Kilometer von Norden nach Süden am Pazifik entlang und zugleich stehen nur 200 Kilometer weiter im Osten die bis zu 7.000 hohen Anden. Zu beiden Seiten unüberwindliche natürliche Grenzen.
Aufgrund dieser Nord-Süd-Ausdehnung gibt es in Chile die verschiedensten Klimazonen. Nördlich der Hauptstadt Santiago de Chile ist es sehr heiß und trocken. Hier kann durch künstliche Bewässerung der traditionelle chilenische Branntwein Pisco produziert werden. Die wirklichen Weinbaugebiete in Chile liegen zwischen dem 30. und 40. Breitengrad. Noch weiter im Süden ist es wiederum zu kühl und zu feucht. Dabei sind die Temperaturen und die Sonnenscheindauer in Chile ideal. Die Niederschlagsmenge ist wie in Kalifornien sehr gering, so dass über das gesamte Jahr künstlich bewässert werden muss. In der Regel liegen die Weinberge in Chile zwischen 600 und 1000 Meter über dem Meeresspiegel.
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