Willkommen im Golden State
Während die meisten Kalifornien der Kategorie Weine der Neuen Welt zuordnen, könnte Kalifornien auch als das jüngste Weinland der Alten Welt betrachtet werden. Schließlich gehen die kalifornischen Traditionen der Weinherstellung auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurück, als spanische Missionare den Weinanbau aus Mexiko nach Kalifornien einführten. Die Kombination von fast 250 Jahren Tradition und Erfahrung im Weinbau, unser heutiges Streben nach Innovation und Verbesserung und ein ideales Klima für den Anbau von Weintrauben machen Kalifornien zu einem der weltweit besten Gebiete für die Erzeugung hervorragender Weine.
Kalifornische Weine sind für ihre hohen Qualität, Zuverlässigkeit und Vielfalt -bekannt. Kalifornien ist eine der mannigfaltigsten Weinregionen der Welt, mit fast 100 Traubensorten, die in fast 100 Anbaugebieten mit Dutzenden unterschiedlicher Mikroklimata und Bodenarten von ausgesprochen individualistischen Winzern -angebaut werden. Viele von ihnen besitzen internationale Erfahrung, was zusätzlich die Vielfalt betont und vertieft.
Kalifornische Qualität offenbart sich in jeder Flasche Wein, von den exklusiven -Kultweinen bis hin zu Alltagsweinen, die in Supermärkten angeboten werden, und allen dazwischen liegenden Qualitäten. Es steht zweifelsfrei fest, dass Kalifornien mit jeder Weinregion der Welt in allen Preisklassen erfolgreich konkurrieren kann.
KlimaDas Klima in Kalifornien ist so vielfältig wie der Staat selbst. Wenngleich Kalifornien für seine vielen Sonnenstunden berühmt ist, gibt es zwischen den Regionen und Teilregionen große Unterschiede in Bezug auf Temperatur, Niederschlag, Bodenarten und andere natürliche Merkmale. Aus diesem Grund gibt es in Kalifornien eine so große Vielfalt von Rebsorten.
Das Klima in Kalifornien wird dramatisch durch zwei Gebirgszüge geprägt, die beide etwa in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Das Küstengebirge besteht aus einer Reihe zerklüfteter Bergketten, die vielfach bis unmittelbar an den Rand des Pazifik abfallen. Dieser Gebirgszug ist relativ niedrig, nur wenige Gipfel sind höher als 1200 Meter.
Die zweite Bergkette ist die Sierra Nevada, die etwa 160 bis 200 Kilometer im Landesinneren ebenfalls parallel zur Küste verläuft. Zwischen den beiden Bergketten liegt das Central Valley, Heimat vieler Weintrauben, die zu meist preisgünstigen kalifornischen Weinen verarbeitet werden. Entlang der westlichen Seite des Küstengebirgszugs wird das Klima vom Pazifischen Ozean beherrscht. Kalifornien hat fast 2000 Kilometer Küstenlinie am Pazifik. Warme Winter, mäßig warme Sommer, geringe Tages- und jahreszeitliche Temperaturunterschiede und eine hohe relative Luftfeuchtigkeit sind für dieses Gebiet charakteristisch.
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Natürliche KlimatisierungVom Ozean zum Landesinnern hin nimmt der maritime Einfluss natürlich ab. Gebiete, die vom Pazifischen Ozean gut abgeschirmt sind, haben ein kontinen-taleres Klima mit wärmeren Sommern, kälteren Wintern, größeren Tages- und jahreszeitlichen -Temperaturunterschieden und einer allgemein niedrigeren relativen Luftfeuchtigkeit.
Die meisten Weinregionen liegen in einer Übergangszone, wo die Bedingungen zwischen diesen beiden Klimaextremen liegen. In diesen Gebieten sind die na-tür-lichen Bedingungen für den Anbau von Weintrauben und die Weinerzeugung nahezu ideal. Auf sonnige, warme und trockene Tage folgen kühle Meeresbrisen und Nebel, die allabendlich als natürliches Klimatisierungssystem in die Täler eindringen. Das Ergebnis ist eine lange Anbausaison, die es den Weintrauben erlaubt, langsam und gleichmäßig heranzureifen, sodass eine ausgeprägte “fruchtbetonte“ Qualität erzeugt wird, die Weinkenner in aller Welt als Markenzeichen kalifornischer Weine schätzen gelernt haben.
Die kalifornischen Rebsorten
In den letzten Jahren sind einige Rebsorten wichtiger geworden als andere. Chardonnay und Cabernet Sauvignon sind immer noch die führenden Sorten, unmittelbar gefolgt von Merlot und Zinfandel. Pinot Noir, Syrah, Petite Sirah, Sauvignon Blanc, Pinot Gris und Viognier erfreuen sich in Kalifornien eindeutig zunehmender Beliebtheit.
Die gesamte Weinbergsfläche in Kalifornien ging 2004 auf 208.000 Hektar zurück, das sind 7% weniger als 1999. Nach dem jüngsten Anpflanzboom der späten 90er Jahren entspricht das Angebot jetzt eher der Nachfrage.
Die Aufteilung in rote und weiße Trauben hat sich zugunsten der roten verändert. Fast 60% der Fläche sind mit roten und 40% mit weißen Weinsorten bepflanzt. -Diese Aufteilung betrug vor 5 Jahren 56% rote und 44% weiße Sorten.
Wir zeigen die Weinbergfläche je Traubensorte für das Jahr 2004 sowie die -Veränderung während der letzten 5 Jahre, damit Sie sehen können, welche Sorten im Trend liegen sind und welche nicht. Die statistischen Angaben zur gesamten Weinbergsfläche und der Fläche je Sorte stammen von verschiedenen Organisationen und können daher leicht voneinander abweichen.
Red varietals
Cabernet Sauvignon
Merlot
Zinfandel
Pinot Noir
Syrah
White varietals
Chardonnay
French Colombard
Sauvignon Blanc
Chenin Blanc
Pinot Gris
Sparkling wines
Dessert wines
Meritage wines
Wichtigste rote Sorten 2004 in Hektar | Änderung in 5 Jahren
Cabernet Sauvignon 30.300 +19%
Merlot 21.700 +12%
Zinfandel 20.600 -2%
Pinot Noir 9.700 +54%
Syrah 7.100 +69%
Rubired 4.500 -15%
Barbera 3.400 +31%
Grenache 3.100 -35%
Ruby Cabernet 2.700 -23%
Petite Sirah 2.200 +69%
Carignane 1.800 -42%
Cabernet Franc 1.400 +8%
Sangiovese 900 -36%
Cabernet Sauvignon
Cabernet Sauvignon ist der König der Rotweine, auch in Kalifornien. 1976 bestätigte eine Verkostung von Spitzenweinen aus Frankreich und Kalifornien, die von dem Journalist Steven Spurrier in Paris organisiert wurde, den Erfolg des kalifornischen “Cab” in der internationalen Arena, als ein 1972-er Stag’s Leap Wine Cellars aus dem Napa-Tal den 1. Platz belegte. Die kalifornischen Cabernet Sauvignon-Weine besitzen einen vollen, langen Abgang mit Noten von Brombeeren, Kirschen und anderen dunklen Früchten. Die meisten dieser Weine besitzen eine recht feste Struktur mit ausdrucksvollen Tanninen und können 10, 20 oder noch mehr Jahre gelagert werden.
Merlot
Merlot ist eine der ältesten “Vitis vinifera”-Sorten. In Kalifornien hat sie einen dramatischen Aufschwung erlebt: 1972 gab es 4 Erzeuger, 1980 waren es 66 und heute sind es mehr als 300. Die kalifornischen Merlot-Weine sind mittel- bis dunkelrot und besitzen ein deutlich fruchtiges Bukett, ihre Geschmacksnoten erinnern an Kräuter, Johannisbeeren und Kirschen. Sie sind in ihrer Jugend weicher und runder als Cabernet, bewahren aber dennoch ihre Fülle und Komplexität.
Zinfandel
Zinfandel, in Kalifornien 1850 erstmals angepflanzt, ist Kaliforniens ureigenste Rebe. Umfassende DNA-Tests von Professor Meredith von der University of California (UC) in Davis haben gezeigt, dass es sich bei Zinfandel und Primitivo genetisch um die gleiche Traubensorte handelt. Darüber besteht kein Zweifel. DNA-Tests zeigen auch, dass Zinfandel und Crljenak, eine kroatische Traube, identisch sind. Zinfandel und Plavac Mali sind jedoch nicht die gleiche Traube. Zinfandel und Dobricic, ebenfalls eine kroatische Traube, sind die Eltern des Plavac Mali. Bedeutet all dies aber, dass Zin, Primitivo und Crljenak zu 100% identisch sind? Auf keinen Fall. Es gibt Unterschiede bei den Klonen, große Unterschiede im Traubenanbau im Weinberg und sogar noch größere Unterschiede bei der Weinerzeugung. Wenngleich sie also die gleiche DNA-Struktur aufweisen, ergeben sie sehr unterschiedliche Weine.
Zinfandel ist eine sehr vielseitige Rebsorte, die zu verschiedenen Weinstilen geführt hat. Von den erfrischenden, halbtrockenen Zinfandel-Roséweinen – großartig bei sommerlichen Picknicks – bis hin zu den vollen und schweren Rotweinen, die durch lange Gärung auf den Traubenschalen, malolaktische Gärung und Ausbau in kleinen Eichenfässern entstehen.
Weitere Informationen über Zinfandel sind bei ZAP (Zinfandel Advocates & Producers) erhältlich. Im Jahre 1991 gegründet, ist ZAP eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Anerkennung der Einzigartigkeit von Zinfandel engagiert. Die -Organisation unterstützt Forschungsprojekte in Bezug auf Zinfandel und fördert die Traube durch Verkostungen. Die jährliche ZAP-Verkostung in San Francisco zieht mehr als 10.000 Menschen an. Siehe www.zinfandel.org.
Pinot Noir
Pinot Noir kam 1885 nach Kalifornien, wurde jedoch von Weinbauern und Kellermeistern nur zögernd akzeptiert, da es sich um eine der weltweit anspruchsvollsten Rebsorten bei Anbau und Vinifizierung handelt. Weine aus Pinot Noir sind filigran und reichhaltig, ausdrucksvoll und weich mit würziger Komplexität und nachhaltigem Abgang. Als Rebsorte, die kühles Klima liebt, gedeiht Pinot Noir in den kalifornischen Küstenregionen wie Carneros, Russian River Valley, Monterey, San Luis Obispo und Santa Barbara besonders gut.
Syrah
Syrah oder Shiraz blickt in Kalifornien auf eine lange Geschichte zurück. Wie die meisten Rhone-Sorten, so zum Beispiel Grenache, Carignane und Mourvèdre, wurde die Traube über Jahrzehnte zumeist für die Herstellung roter Tafelweinverschnitte verwendet. Seit den 1970er-Jahren begann jedoch eine handvoll passionierter Winzer damit, diese alten Rebstöcke herauszusuchen, neue Setzlinge anzupflanzen und schwere Premium-Weine zu erzeugen. Kalifornische Syrah-Weine sind groß, komplex und lange lagerfähig. Sie vereinen tiefe, dunkle Fruchtnoten mit einer erdig-rauchigen, pfeffrigen Komplexität. Die “Rhone Rangers” sind eine Organisation, die gegründet wurde, um über in Amerika angebaute Rhone-Reben wie Syrah zu informieren. Weitere Details unter www.rhonerangers.com.
Die wichtigsten Weißweinsorten in Hektar | Änderung in 5 Jahren
Chardonnay 39.000 -6%
French Colombard 12.000 -34%
Sauvignon Blanc 6.200 +13%
Chenin Blanc 4.600 -46%
Pinot Gris/Grigio 2.900 +480%
Muscat of Alexandria 1.300 +38%
Viognier 900 +50%
White Riesling 800 +0%
Malvasia Bianca 700 +40%
Gewürztraminer 600 -14%
Semillon 400 -35%
ChardonnayIn Kalifornien ist Chardonnay die am häufigsten angebaute Rebsorte. Sie gedeiht in nahezu allen Küstenregionen sehr gut. Kalifornische Chardonnay-Weine, die im Barrique vergoren wurden, zeigen reichhaltige, intensive Fruchtnoten, die an Birne, Apfel, Melone und Pfirsich erinnern, kombiniert mit buttrig-holzigen Noten. In den letzten Jahren haben jedoch viele Weingüter damit begonnen, einen neuartigen Chardonnay zu erzeugen, der frischer ist, nur zum kleinen Teil oder gar nicht in Barriques ausgebaut wurde und ein filigraneres Geschmacksprofil besitzt.
French Colombard
Colombard wird bei der Erzeugung preiswerter Konsumweine eingesetzt. Wenngleich die Traube noch immer großflächig angepflanzt wird, nimmt ihre Bedeutung ab.
Sauvignon Blanc
Sauvignon Blanc ist für sein ausgeprägtes Bukett und seine frische, herbe Säure bekannt. Die Rebsorte wurde in Kalifornien erstmals vor 100 Jahren in kieshaltigem Boden in der Nähe der Bucht von San Francisco, im Livermore Valley, angebaut. Das Bukett des Weins wird gewöhnlich als fruchtig mit leichten Kräuternoten, manchmal auch als grasig bezeichnet.
Chenin BlancChenin Blanc wird hauptsächlich im Central Valley angebaut und für die Herstellung meist preiswerter Konsumweine verwendet. Auch viele Weingüter an der Küste -erzeugen neben anderen Sorten Chenin Blanc. Aromen und Geschmack des Weins sind delikat, werden häufig mit frischen Melonen verglichen, seine leicht spritzige Säure ergänzt den erfrischenden Eindruck.
Pinot GrisPinot Gris oder Pinot Grigio gilt als weiße Traube, wenngleich ihre Schale bei der Ernte tatsächlich eine grau-rosa Farbe hat, woraus sich auch der Name herleitet. Somit hat die Traube mehr Aroma und einen intensiveren Geschmack, jedoch einen geringeren natürlichen Säuregehalt als ihre Cousine, Pinot Blanc. Daher wird ein Pinot Gris fruchtiger und runder sein und zu komplexeren Speisen passen. Kalifornische Pinot Gris-Weine, die üblicherweise nicht in Barriques ausgebaut werden, sind eindeutig im Kommen.
Sparkling winesAuch kalifornische Schaumweine müssen erwähnt werden, wenngleich sie keine -eigene Rebsorte darstellen. Qualitätsschaumweine, zumeist aus den Rebsorten Pinot Noir und Chardonnay, werden in den kühleren Regionen Kaliforniens unter -Anwendung der gleichen Techniken wie in der Champagne erzeugt. Seit den frühen 1970er-Jahren erkannten viele Champagner-Häuser (Moet & Chandon, Taittinger, Mumm, Roederer) und Cava-Produzenten (Gloria Ferrer, Codorniu) die idealen -Anbaubedingungen in Kalifornien und begannen mit der Erzeugung qualitativ -hochwertiger Schaumweine.
Dessertweine
Eine weitere Weinkategorie, die wir erwähnen sollten, sind Dessertweine, die von vielen kalifornischen Weingütern erzeugt werden. Hergestellt werden sie aus verschiedenen Sorten wie Spätlesen von Riesling, Muscat, Semillon, Gewürztraminer, Viognier und Sauvignon Blanc. Einige dieser Weine werden von Botrytis, auch Edelfäule genannt, befallen, wodurch die Trauben zusammenschrumpfen und sowohl Zucker als auch Bukett konzentriert und verstärkt werden.
Meritage WeineAbschließend ein Wort zu Meritage-Weinen. Die meisten kalifornischen Weine werden nach der Rebsorte benannt, die mindestens 75% des betreffenden Weins ausmacht. Viele Kellermeister waren jedoch der Ansicht, dass aus mehreren Sorten verschnittene Weine die besten Weine aus ihren Weingärten ergeben können. -Infolge dieser 75%-Regel wurden jedoch verschnittene Weine entweder mit Markennamen oder einfach als “Tafelwein” deklariert. Der Begriff “Meritage” wurde 1988 gewählt, um dieser neuen Weinkategorie einen Namen zu verleihen und diese hochwertigen Tafelweine gegenüber gewöhnlichen Tafelweinen abzugrenzen. -Meritage-Weine müssen vollständig aus einem Verschnitt traditioneller Bordeaux-Rebsorten hergestellt werden. Zu den roten Sorten gehören Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot, Malbec, Gros Verdot und Carminere. Zu den weißen Sorten zählen Sauvignon Blanc, Semillion und Sauvignon Vert. Es gibt andere verschnittene Weine, die nicht zur Kategorie Meritage gehören, zum Beispiel die beliebten Cuvées aus Rhone-Sorten. Weitere Informationen: Meritage Association, www.meritagewine.org
Herkunftsbezeichnungen In den Vereinigten Staaten kann eine Herkunftsbezeichnung entweder der Name:
- eines Staates,
- eines County (oder mehrerer Counties),
- einer American Viticultural Area (AVA) sein.
Ist die Herkunftsbezeichnung der Name eines Bundesstaates (zum Beispiel -Kalifornien), müssen 100 Prozent der Trauben im Wein aus einem Gebiet innerhalb der Grenzen dieses Bundesstaats kommen.
Die County-Bezeichnung (zum Beispiel Sonoma) entspricht einer politischen Unterteilung, wie eine Provinz. Mindestens 75 Prozent der Trauben in einem Wein müssen aus diesem County stammen. Eine Herkunftsbezeichnung mit 2 oder nicht mehr als 3 Counties kann auf dem Etikett verwendet werden, wenn alle Trauben in den genannten Counties angebaut wurden und der in jedem einzelnen County -angebaute Traubenprozentsatz angegeben ist.
Bezieht sich das Weinetikett auf eine AVA, müssen 85 Prozent der in diesem Wein verarbeiteten Trauben aus dem betreffenden Gebiet stammen. Das AVA-System wird von der US-Regierung gesetzlich geregelt. Wird ein Gebiet als AVA anerkannt, wird dadurch nicht die Qualität des Weins aus dem betreffenden Gebiet festgelegt, sondern dieses Gebiet wird gegenüber anderen Gebieten lediglich abgegrenzt, nicht als besser eingestuft. Eine AVA (zum Beispiel Carmel Valley) ist ein Gebiet, welches sich von benachbarten Gebieten durch geografische Merkmale wie Klima, Boden, Höhe, physikalische Merkmale und zuweilen historische Daten unterscheidet. Zur Zeit gibt es in den USA 157 AVAs, von denen 94 in Kalifornien liegen (see the map of AVA's).
Der Kunde entscheidetDie AVA-Bestimmungen legen für diese Gebiete keine Methoden der Weinherstellung fest. Im Gegensatz zu einigen anderen Wein erzeugenden Ländern steht es dem kalifornischen Winzer frei, die Sorten anzupflanzen, die nach seiner Meinung für das spezifische Gebiet am besten geeignet sind (das Terroir-Konzept wird in Kalifornien gut verstanden), er oder sie kann die Weinberge nach eigenem Ermessen bewässern, kann die Trauben ernten, wenn sie den optimalen Reifezustand erreicht haben, und kann die optimale Produktion je Hektar auf der Grundlage der eigenen Qualitätsstandards und Qualitätserwartungen der Kunden festlegen. Letztendlich ist es der Kunde, der entscheidet, ob der Winzer alle Entscheidungen richtig getroffen hat. Natürlich gibt es für die Weinherstellung in Kalifornien strenge gesetzliche Vorschriften, um einen hohen Qualitätsstandard zu garantieren, zum Beispiel Vorschriften über die Chaptalisierung (der Zusatz von Zucker während der Vergärung ist in Kalifornien nicht erlaubt), den Einsatz von Pestiziden in den Weinbergen, Hygienevorschriften usw.
Eine Karte der AVA's finden Sie hier http://www.california-wine.org/webfront/base.asp?pageid=21
Das kalifornische Weinetikett
Das Etikett einer Weinflasche trägt zum Image des Weines bei und soll den Kunden zur Wahl dieses Weins verlocken. Ein Weinetikett soll aber auch informieren. Im Gegensatz zu einigen Weinetiketten, die so kompliziert sind, dass sie mehr Fragen aufwerfen als beantworten, sind kalifornische -Weinetiketten klar und leicht verständlich.
Folgendes sollten Sie über kalifornische Weinetiketten wissen:
1. Name
Dies kann der Name des Weinguts oder ein Markenname sein.
2. Rebsorte
Die Namen einer oder mehreren Rebsorten dürfen nur verwendet werden, wenn der Wein auch mit einer Herkunftsbezeichnung versehen ist. So darf auf einem -Etikett nur dann “Zinfandel” stehen, wenn mindestens 75 % der für diesen Wein -verwendeten Trauben von einer bestimmten Rebsorte, in diesem Fall Zinfandel, stammen. Der Name von zwei oder mehr Rebsorten kann verwendet werden, wenn auf dem Etikett genau angeführt ist, zu wie viel Prozent der Wein aus der einen oder der bzw. den anderen Rebsorte(n) stammt.
3. HerkunftsbezeichnungDiese bezieht sich auf die Region, aus welcher der Wein stammt.
4. Lagenbezeichnung
Ist der Name einer Einzellage auf dem Etikett angegeben, so müssen 95 % der -Trauben dieses Weins von dieser Einzellage kommen. Solche Lagenbezeichnungen dürfen auf dem Etikett nur in Verbindung mit einer amtlich anerkannten Herkunftsbezeichnung, wie einem County oder einem Weinbaugebiet, verwendet werden.
5. Jahrgang
Hier handelt es sich um das Jahr, in dem die Trauben gelesen wurden. Wenigstens 95 % dieses Weins müssen von Trauben des Lesejahres stammen und der Wein muss mit einer Herkunftsbezeichnung versehen sein.
6. AlkoholDer Alkoholgehalt der meisten kalifornischen Weine liegt in der Regel zwischen 12 und 14 % Vol.
7. Name und Adresse des ErzeugersDie Angaben “bottled by“ (Abgefüllt von) plus Name und Adresse des Abfüllers sind auf einem Weinetikett verbindlich vorgeschrieben. Neben den Worten “bottled by” sind folgende Angaben zulässig:
“produced by“ (erzeugt von) oder “made by” (gemacht von) bedeutet, dass -mindestens 75% des Weins vom genannten Betrieb an der angegebenen Adresse vergoren wurden.
“Blended by“ (assembliert von) bedeutet, dass der Wein vom genannten Betrieb an der angegebenen Adresse mit anderen Weinen verschnitten wurde.
“Cellared by” (ausgebaut von), “Vinted by” (vinifiziert von) oder “Prepared by” (hergestellt von) bedeutet, dass das genannt Weingut den Wein an der -angegebenen Adresse produziert hat.
Der Ausdruck “Estate bottled” (Erzeugerabfüllung) ist dann zulässig, wenn das abfüllende Weingut und die Weinberge, aus denen sämtliche Trauben für diesen Wein stammen, in ein- und demselben Weinbaugebiet liegen, wenn das Weingut diese Weinberge auch selbst besitzt oder kontrolliert und wenn der Wein in einem kontinuierlichen Prozess erzeugt wurde, d.h. den Sitz des Betriebs zu keiner Zeit verlassen hat.
Kalifornien auf einen BlickGröße 404.000 km. (etwa die Größe von Deutschland, Belgien und den -Niederlanden zusammen)
Hauptstadt Sacramento
Bevölkerung 37 Millionen
Beiname des Staats Golden State (nein, nicht der Sunshine State, das ist Florida)
Offizielles Staatstier der Grizzlybär
Weingüter 1.605
Weinbauern ca. 4.500
Weinberge 208.000 Hektar
Menge 2,7 Mio. Tonnen (2004)
Produktion 2 Mrd. Liter (fast 3 Mrd. Flaschen) pro Jahr – Kalifornien ist der viertgrößte Weinerzeuger der Welt nach Italien, Frankreich und Spanien
American Viticultural Areas (AVAs) in Kalifornien 94
Rote Rebsorten 40+
Weiße Rebsorten 26+
Die internationale Nachfrage nach kalifornischen Weinen nimmt weiter schnell zu. In fast 20 Jahren sind die Exporte von $35 Mio. in 1985 auf einen Rekordwert von $808 Mio. in 2004 gestiegen. Dies ist eine durchschnittliche Zunahme von nahezu 20% jährlich. Derzeit werden 18% der Gesamtproduktion in über 125 Länder exportiert. Die 10 wichtigsten Exportmärkte für kalifornische Weine sind Großbritannien, Kanada, Deutschland, Japan, die Niederlande, die Schweiz, Irland, Mexiko, Dänemark und Belgien.
Umweltfreundliche Weinerzeugung
Im Jahre 2003 entwickelten die Weingüter und Weinbauern in Kalifornien einen “Codex für nachhaltigen Weinbau” (Code of Sustainable Winegrowing Practices). Dieser -Leitfaden beschäftigt sich mit Anbau- und Ausbaumethoden, die umweltfreundlich sind und die Bedürfnisse und Interessen der Gesellschaft im Allgemeinen berücksichtigen.
Dieser freiwillige Codex behandelt Fragen wie geringeren Einsatz von Pestiziden, Wasser- und Energieeinsparungen, Abfallreduzierung und Recycling, Erosionsbekämpfung, den Einsatz “guter Insekten” im Weinberg zur Bekämpfung von “Schädlingen”, die Schaffung und Erhaltung eines Lebensraums für Raubvögel und andere wild lebende Tiere rund um die Weinberge, die Anpflanzung von Schutzkulturen wie Ackersenf und Klee zur Wiederanreicherung des Bodens mit Nährstoffen, verbesserte Unterbringung von Landarbeitern und andere Maßnahmen zur verantwortungsbewussten Erzeugung qualitativ hochwertiger Weine. Es wurde ein Handbuch herausgegeben, das Weingütern bei der Umsetzung hilft.
Biologischer Anbau
Der “Codex für nachhaltigen Weinbau” umfasst mehr als Bio-Anbau, jedoch ist biologischer Anbau Bestandteil der Nachhaltigkeit. Die Bezeichnung “biologisch” ist ein juristischer Begriff, der auf Etiketten für bestimmte chemikalienfreie Methoden der Weinherstellung und des Anbaus verwendet wird, während der Codex für nachhaltigen Weinbau ein breiter angelegtes Konzept zur kontinuierlichen Verbesserung von Anbau- und Weinerzeugungsmethoden, für verbesserte -Beziehungen zu Personal, Nachbarn und Gemeinden, zum Schutz der Landschaft und zur Erhaltung natürlicher Ressourcen darstellt.
Winzer können ihre Weine mit dem Vermerk “aus biologisch angebauten Trauben hergestellt” etikettieren, wenn der Wein vollständig aus organisch zertifizierten Trauben hergestellt wird. Den Weinen können während der Verarbeitung Sulfite zugesetzt worden sein. Wenngleich viele Weingüter in Kalifornien Wein aus biologisch angebauten Trauben herstellen, haben sich einige dafür entschieden, dies nicht auf dem Etikett anzugeben. Der wichtigste Grund dafür ist, dass sie flexibel genug bleiben wollen Zusätze zu verwenden, falls es notwendig werden sollte, eine Ernte bei schlechten Witterungsbedingungen oder Schädlingsbefall zu retten.
Wein und Speisen
Die kalifornische Küche ist eine der spannendsten der Welt. In einem gewissen Sinne befindet sie sich noch im Aufbau. Junge, innovative kalifornische Küchenchefs überschreiten Grenzen, indem sie Ideen und Zubereitungsweisen aus Asien, Lateinamerika und dem Mittelmeerraum übernehmen, um in neue Sphären der Tafelfreuden vorzustoßen.
Kalifornien war schon immer ein kulinarischer Schmelztiegel, seit den Tagen der 49er, die nach Gold Ausschau hielten und die sagenhaften Austern der Bucht von San Francisco fanden, bis heute, wo Einwanderer aus Lateinamerika und Südostasien die kalifornische Tafel bereichern. Die von ihnen geschaffene Kochkunst wird zuweilen als “Fusion Food” bezeichnet. Zum Beispiel gegrillter Lammrücken in mongolischer Kokosnuss-Curry-Sauce, serviert mit einem üppigen, saftigen -Zinfandel. Die Geschmacksexplosion dieses Gerichtes und die fruchtige Intensität des Weins harmonieren sehr gut.
Die kalifornische Küche basiert auf einem reichhaltigen Schatz regionaler Speisen, aus dem eigenen Garten, den Obstplantagen, dem Meer und von den Feldern. Frische Erzeugnisse sind hier das ganze Jahr über erhältlich, von Äpfeln bis hin zu Zucchini. Es gibt eine Fülle vom heimischem, Geflügel, Lamm, Schwein und Rind, häufig aus biologischer Aufzucht. Es gibt eine Fülle von Fischen und Meeresfrüchten: Krabben, Lachs, Heilbutt und verschiedene Seewolfarten sowie in Aquafarmen gezogene Muscheln und Austern. Die örtlichen -Käsereien gewinnen internationalen Ruf und stellen köstlichen Käse von Ziegen-, Kuh- und Schafsmilch her. Im 19. Jahrhundert war Kalifornien ein führender Erzeuger von Oliven und Olivenöl, eine Tradition, die jetzt mit von Hand gemachten Ölen wiederbelebt wird, die oft von Weingütern erzeugt werden und mit den besten der Welt konkurrieren.
Wein bei Tisch
Natürlich spielen die großen Weine Kaliforniens eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der kalifornischen Küche. Wahrscheinlich achten Küchenchefs nirgendwo in der Welt so aufmerksam darauf, Speisen zu präsentieren, die zu Weinen passen oder sie ergänzen. Die meisten guten Restaurants verfügen über eine umfangreiche Liste offener Weine, über geschulte Sommeliers, die zu jeder Menüoption den richtigen Wein vorschlagen. Kalifornische Winzer stehen an vorderster Front in ihrem Bestreben, Wein bei Tisch einen ebenso wichtigen Stellenwert zu verschaffen wie den Speisen.
Viele kalifornische Weingüter haben eigene Küchenchefs und einige davon, zum Beispiel Beringer, Cakebread und Fetzer, bieten Verbrauchern Kochkurse an. Das Culinary Institute of America hat seinen Sitz in Napa und schult jedes Jahr Tausende von Chefköchen, genauso wie die California Culinary Academy in San Francisco.
Kurz: Wenn Sie in Kalifornien nicht gut essen, haben Sie es nicht versucht.
Fakten über kalifornische Weine Im Zusammenhang mit dem Weinhandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten gibt es viele teilweise missverständliche oder fehlerhafte Äußerungen über amerikanische – insbesondere kalifornische – Weine und Weinherstellungsverfahren.
Die Winzer in Kalifornien stellen ihre Weine nach den sehr strengen und hohen Standards der kalifornischen Weingesetzgebung her. Dies ist umso bedeutender, als dass 95 Prozent der aus USA importierten Weine aus Kalifornien stammen und die kalifornischen Gesetze unter dem EU/US Weinabkommen weiterhin ihre Gültigkeit behalten.
Robert P. Koch, Präsident des kalifornischen Weininstituts stellt hierzu klar: „Kalifornische Weine werden nicht verwässert, haben keine künstlichen Aromastoffe und werden nicht fraktioniert – also in ihre Bestandteile zerlegt und mit Aromazusätzen wieder zusammengemischt. Es ist sehr bedauerlich, dass diese Fehlinformationen über die kalifornischen Verfahren der Weinherstellung verbreitet werden und unsere Weine pauschal als Kunstweine verunglimpft werden.“
Detaillierte Informationen zu kalifornischen Weinen und Weinherstellungsmethoden finden Sie unten.
Übrigens werden kalifornische Weine von über 1.000 Winzern hergestellt. Zu über 90 Prozent sind dies kleine und mittelgroße Weingüter in Familienbesitz, die oft in der dritten oder vierten Generation geführt werden. Kalifornische Weine haben ihre Wurzeln in Europa: europäische Einwanderer bauten den ersten Wein an und begründeten so den Berufstand des kalifornischen Winzers, der sich bis heute nachhaltig hoher Qualität und dem Streben nach außergewöhnlichem Geschmack verpflichtet fühlt.
Auf einen Blick Kalifornische Weine und Weinherstellungsmethoden
Kalifornische Gesetze verbieten den Zusatz von WasserDie kalifornischen Gesetze und Richtlinien – die für alle Winzer in Kalifornien auch unter dem Weinhandelsabkommen zwischen der EU und den USA (EU/US Weinabkommen) gültig bleiben – verbieten jedweden Zusatz von Wasser zu Wein. Die einzige Ausnahme ist ein Maximum von einem Prozent Wasser zur Unterstützung normaler Methoden des Weinausbaus (wie zum Beispiel Klärung).
Künstliche Farb- oder Aromastoffe sind verboten
Sowohl kalifornische Gesetze als auch das EU/US Weinabkommen schreiben fest, dass Wein keine künstlichen Farb- oder Aromastoffe enthalten darf.
Kalifornische Gesetze verbieten den Zusatz von Saccharose (Zucker)
Nach der kalifornischen Gesetzgebung ist es verboten, dem Wein oder Most Saccharose zuzufügen – dies gilt auch unter dem EU/US Weinabkommen weiterhin für alle kalifornischen Winzer. Im Gegensatz dazu sind in manchen Ländern der EU verschiedene Formen der so genannten Chaptalisierung erlaubt, inklusive Zusatz von Saccharose in Most.
Eichenholz-Chips sind sowohl in den USA als auch in der EU erlaubt
Das EU/US Weinabkommen wird den Gebrauch von Eichenholz-Chips bei der Weinherstellung zulassen. Eichenholz-Chips wurden für US Weine bereits 1984 im Rahmen eines Abkommens mit der EU erlaubt. Diese Genehmigung wurde in den letzen Jahren auf andere Länder ausgeweitet. Darüber hinaus hat die EU kürzlich den Gebrauch von Eichenholz-Chips für ihre Mitgliedsländer prinzipiell genehmigt.
„Spinning Cone Column“ darf nicht willkürlich verwendet werden
US Bundesgesetze erlauben die „Spinning Cone Column“ (Schleuderkegelkolonne) nur für bestimmte Zwecke wie die Reduktion des Alkoholgehaltes. Das Verfahren darf nicht verwendet werden, um die Zusammensetzung der Aromen zu verändern oder das Aroma eines anderen Weines zuzuführen. Die Teil-Reduktion des Alkoholgehaltes auf diese Weise ist eine von der Internationalen Organisation für Rebe und Wein akzeptierte Weinbau-Methode.








































































































































